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Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.


Energie sparen – besser leben

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Fragen und Antworten zum Heiz-Check

1. Warum gibt es den Heiz-Check?

Bei der Effizienz von Heizungsanlagen klaffen technische Möglichkeit und praktische Wirklichkeit oft weit auseinander: Die Systeme verbrauchen dann zuhause im Heizungskeller deutlich mehr Energie als notwendig. Für die Verbraucher bedeutet das in erster Linie zu hohe Heizkosten. Auch die Lebensdauer der Anlage wird manchmal beeinträchtigt. Nicht zuletzt bedeutet der unnötig hohe Energieverbrauch auch eine vermeidbare Zusatzbelastung von Umwelt und Klima. Hier soll der Heiz-Check Abhilfe schaffen.

2. Was ist das Ziel des Heiz-Checks?

Der Heiz-Check will die Effizienz des bestehenden Heizsystems verbessern. Insbesondere geht es darum, dass alle Bestandteile gut zueinander passen und reibungslos zusammenarbeiten. So können die Heizkosten gesenkt, die Lebensdauer der Anlage verlängert und häufig auch der Wohnkomfort gesteigert werden.

3. Was bringt der Heiz-Check Verbrauchern?

Der Heiz-Check verschafft Betreibern von Heizungsanlagen Klarheit über die tatsächliche Leistungsfähigkeit und Effizienz ihres Systems – im Unterschied zu den Werten in Prospekten und unter Testbedingungen. Hier kann es ganz erhebliche Abweichungen geben, ähnlich wie bei Angaben zum Spritverbrauch eines PKW in der Bedienungsanleitung und dem tatsächlichen Verbrauch im täglichen Verkehr.

Viele Energiefresser im Heizungssystem lassen sich jedoch mit vergleichsweise einfachen Mitteln beseitigen. Die Möglichkeiten werden den Verbrauchern bei einem Heiz-Check aufgezeigt.

Der Verbraucher erhält mit dem Heiz-Check also eine fundierte Einschätzung von Ausführungsqualität und Effizienz seines Heizsystems und passgenaue Empfehlungen, wie es sich optimieren lässt.

4. Welche Heizsysteme können im Heiz-Check erfasst werden – und welche nicht?

Der Heiz-Check richtet sich an alle Verbraucher, die zum Beispiel einen Öl-, Gas- oder Holzkessel zuhause haben, mit Fernwärme heizen oder bei denen eine Wärmpumpe läuft.

5. Wie läuft der Heiz-Check ab?

Der Heiz-Check besteht aus zwei Terminen an aufeinanderfolgenden Tagen, in Einzelfällen liegen auch mehrere Tage zwischen den Terminen. Zwischen den Besuchen des Energieberaters zeichnen Messgeräte wichtige Systemtemperaturen auf. Zudem werden der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft und Daten wie Alter und Dimensionierung des Systems, der Verlauf der Raumtemperatur und der Vorjahresverbrauch erfasst. Schließlich werden alle Komponenten der Anlage, etwa Kessel, Warmwasserspeicher, Pumpen, in Augenschein genommen.

Wenig später erhält der Verbraucher per Post einen Bericht mit der Gesamteinschätzung zum Heizsystem und Empfehlungen, wie es sich optimieren lässt.

6. Welche Informationen liefert der Bericht?

Für den Bericht werden die beim Heiz-Check erhobenen Daten zu Energie- und Gebäudekennzahlen aggregiert und die technische Aussagekraft der Daten und Datenkombinationen interpretiert, beispielsweise der tatsächliche Verlauf der Raumtemperatur im Vergleich zur eingestellten Nachtabsenkung. Außerdem geht es um die Frage, wie gut die Einstellungen zur Lebenssituation der Bewohner und den Gebäudeeigenschaften und -besonderheiten passen. Der Auftraggeber erhält also fundierten Aufschluss über Stärken und Schwächen seines Heizsystems.

7. Welche Empfehlungen gibt der Bericht?

Entlang der diagnostizierten Schwächen des Heizsystems gibt der Energieberater im Bericht Empfehlungen, wie sich die Anlage optimieren und der Energieeinsatz senken lässt.

Die Vorschläge sind so unterschiedlich wie die Häuser und Bewohner: Manchmal kann die Anlagenregelung noch besser an die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden, oder es fehlt die Dämmung an Rohren und Armaturen. Wo bisher eine ältere Pumpentechnik arbeitet, ist der Einbau einer Hocheffizienzpumpe ratsam, die drei Viertel des Pumpenstroms spart. Und bei sehr vielen Heizungsanlagen kann die Effizienz durch die genaue Abstimmung aller Komponenten aufeinander mittels eines sogenannten hydraulischen Abgleichs deutlich verbessert werden.

Natürlich kann es auch angeraten sein, einzelne Komponenten oder die ganze Anlage auszutauschen. Das steht aber nicht im Vordergrund des Heiz-Checks, gerade weil viele Systemfehler auch mit einem neuen Kessel weiterhin Bestand hätten: Das neue Gerät wäre dann wie ein neuer Motor in einem Auto, das dennoch im Sommer weiterhin mit Winterreifen gefahren wird.

8. Was sind die nächsten Schritte nach dem Heiz-Check?

In manchen Fällen kann der Betreiber der Heizungsanlage gleich selbst tätig werden: Rohre und Armaturen etwa können auch handwerklich geschickte Laien dämmen.

Andere Maßnahmen wie den hydraulischen Abgleich führt ein Fachhandwerker aus. Hier hat der Verbraucher mit dem Heiz-Check- Bericht eine wichtige Hilfe für die Auftragserteilung an der Hand, um nur die wirklich notwendigen Leistungen zu bestellen.

9. Worin unterscheidet sich der Heiz-Check von den Überprüfungen gemäß Feuerstättenbescheid?

Alle Betreiber von Feuerstätten, also zum Beispiel Kaminöfen oder eben Heizkesseln, erhalten vom Schornsteinfeger einen Feuerstättenbescheid. Dieser listet auf, welche Tätigkeiten oder Überprüfungen an der Feuerstätte wann fällig werden. Sie dienen dem Brandschutz und geben keine Auskunft über die Effizienz der Anlage.

Der Schornsteinfeger überwacht außerdem, ob diese Überprüfungen vom Betreiber der Feuerstätte regelmäßig gemacht werden.

10. Was ist der Unterschied zur regelmäßigen Wartung der Heizungsanlage?

Die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage durch eine fachkundige Person ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern auch mit Blick auf die Lebensdauer der Anlage sehr zu empfehlen, weil beispielsweise wichtige Anlagenteile gereinigt werden. Allerdings konzentriert sich die Wartung auf die Funktionsfähigkeit der Anlage, nicht auf ihre Energieeffizienz.