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Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.


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Fragen und Antworten zum Solarwärme-Check

1. Warum gibt es den Solarwärme-Check?

Solarwärmeanlagen („Thermische Solaranlagen“) sind eine seit Jahren erprobte Technologie. Die Solarkollektoren erzeugen aus dem Sonnenlicht Wärme und unterstützen damit die Heizungsanlage bei der Bereitstellung von Warmwasser und Raumwärme. Die Heizungsanlage benötigt dadurch weniger Brennstoff, zum Beispiel Gas oder Öl. Für den Besitzer der Anlage sollen so die Betriebskosten sinken, gleichzeitig soll das Klima geschont werden. In der Praxis weisen viele Anlagen jedoch erhebliche Mängel auf. Die Einsparungen fallen oft deutlich geringer aus als erhofft, im schlimmsten Fall kann sogar der Brennstoffverbrauch steigen – der Besitzer zahlt also höhere Heizkosten als allein mit einer konventionellen Heizungsanlage. Als Laie ist es jedoch kaum möglich, die Effizienz der eigenen Anlage fundiert zu beurteilen. Hier hilft der Solarwärme-Check weiter: Ein unabhängiger Energieberater untersucht, wie gut die einzelnen Anlagenkomponenten aufeinander abgestimmt sind, und ob sie einen effizienten Betrieb gewährleisten. Mit dem Solarwärme-Check erhält der Verbraucher also eine fundierte Bewertung seiner Anlage und Empfehlungen für ihre Optimierung.

2. Was ist das Ziel des Solarwärme-Checks?

Der Solarwärme-Check will die Effizienz der bestehenden Solarthermieanlage bewerten und Anregungen geben für die Behebung von Mängeln und Fehlern. Insbesondere geht es darum, dass alle Bestandteile gut zueinander passen, fachgerecht montiert sind und reibungslos zusammenarbeiten.

Das bedeutet einen geringeren Brennstoffbedarf, niedrigere Heizkosten und einen verminderten Kohlendioxidausstoß.

3. Was bringt der Solarwärme-Check Verbrauchern?

Der Solarwärme-Check verschafft Betreibern von Solarwärmeanlagen Klarheit über die tatsächliche Leistungsfähigkeit und Effizienz ihrer Anlage – im Unterschied zu den Werten in Prospekten und unter Testbedingungen. Hier kann es nämlich ganz erhebliche Abweichungen geben, ähnlich wie bei Angaben zum Spritverbrauch eines PKW in der Bedienungsanleitung und dem tatsächlichen Verbrauch im täglichen Verkehr.

Manche Probleme lassen sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln beheben, zum Beispiel der Optimierung der Regelung. In manchen Fällen können auch umfangreichere Arbeiten zur Verbesserung des Systems erforderlich sein. Alle diese Möglichkeiten werden Verbrauchern im Rahmen eines Solarwärme-Checks aufgezeigt.

Der Verbraucher erhält mit dem Solarwärme-Check also eine fundierte Einschätzung von Ausführungsqualität und Effizienz seiner Solarthermieanlage und passgenaue Empfehlungen, wie sie sich optimieren lässt.

4. Welche Systeme können im Solarwärme-Check erfasst werden – und welche nicht?

Der Solarwärme-Check richtet sich an alle privaten Verbraucher, die bereits eine solarthermische Anlage zur Unterstützung von Warmwasserbereitung und/oder Heizung besitzen. Die installierte Bruttokollektorfläche sollte 50m² nicht übersteigen.

Achtung: Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Sonnenstrom können beim Solarwärme-Check nicht überprüft werden.

5. Wie läuft der Solarwärme-Check ab?

Der Solarwärme-Check besteht aus zwei Terminen. Beim ersten wird die Messtechnik angeschlossen. Die Geräte zeichnen für einen Zeitraum von einigen Tagen – darunter mindestens ein Sonnentag – wichtige Systemtemperaturen auf. Beim zweiten Termin werden die Ergebnisse ausgelesen. Zudem werden der Dämmstandard von Rohren und Armaturen überprüft und Daten wie Alter, Zustand und Dimensionierung des Systems erfasst. Schließlich werden alle Komponenten der Anlage, etwa der Kollektor, der Speicher und die Sicherheitseinrichtungen in Augenschein genommen.

Wenig später erhält der Verbraucher per Post einen Bericht mit der Gesamteinschätzung der Solarwärmeanlage und Empfehlungen, wie sie sich optimieren lässt.

6. Welche Informationen liefert der Bericht?

Für den Bericht werden die beim Solarwärme-Check erhobenen Daten ausgewertet und deren technische Aussagekraft interpretiert und vom Energieberater bewertet. Außerdem gibt ein Diagramm Aufschluss über die Temperaturen im Kollektorkreis in Bezug zu den Strahlungsdaten. Der Ratsuchende erhält also fundierten Aufschluss über Stärken und Schwächen seiner thermischen Solaranlage.

7. Welche Empfehlungen gibt der Bericht?

Entlang der diagnostizierten Schwächen der thermischen Solaranlage gibt der Energieberater im Bericht Empfehlungen, wie sie sich optimieren und der Energieeinsatz senken lässt.

Die Vorschläge sind so unterschiedlich wie die Häuser und Bewohner: Manchmal kann die Anlagenregelung noch besser an das System angepasst werden, oder es fehlt die Dämmung an Rohren und Armaturen.

8. Was sind die nächsten Schritte nach dem Solarwärme-Check?

In manchen Fällen kann der Betreiber der thermischen Solaranlage gleich selbst tätig werden: Rohre und Armaturen etwa können auch handwerklich geschickte Laien dämmen.

Andere Maßnahmen wie die Anpassung der Regelung oder den Tausch der Solarflüssigkeit führt ein Fachhandwerker aus. Hier hat der Verbraucher mit dem Solarwärme-Check-Bericht eine wichtige Hilfe für die Auftragserteilung an der Hand, um nur die wirklich notwendigen Leistungen zu bestellen.