• Auf einem Stück Karton ist ein Haus skizziert, links davon stehen zwei Windräder und rechts davon sind zwei Bäume und die Sonne abgebildet.
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Erneuerbare Energien
Nutzen Sie regenerative Energien in Ihrem Zuhause

Die Vorräte an fossilen Energieträgern wie Erdöl und Gas sind begrenzt. Zudem können politische Entwicklungen die zuverlässige Belieferung mit diesen Rohstoffen gefährden. Ganz abgesehen vom Klimaschutz, der ihren Einsatz zunehmend in Frage stellt. Erneuerbare Energien lösen also gleich mehrere Probleme: Als sicher verfügbare einheimische Energie reduzieren sie klimaschädliche CO2-Emissionen und machen unabhängiger von der Preisentwicklung auf den internationalen Energiemärkten. Von diesen Vorteilen können auch Sie profitieren: Nutzen Sie Sonnenwärme, Solarstrom, Umweltwärme oder Holz als Brennstoff.

Solarthermie: Heizen mit der Sonne

Thermische Solaranlagen nutzen die Sonnenwärme zum Heizen oder Erwärmen von Wasser. Sie ergänzen Ihre herkömmliche Heizungsanlage und sind seit Jahrzehnten bewährt. Die Anlage besteht aus Solarkollektoren auf dem Dach, einem sehr gut gedämmten Warmwasserspeicher, den Verbindungsrohren und einer so genannten Solarstation.

Warmes Wasser vom eigenen Dach

Einfache Solarthermieanlagen versorgen das Badezimmer und die Küche, idealerweise auch die Spül- und die Waschmaschine mit Warmwasser. Die Anlage kann im Jahresmittel bis zu zwei Drittel des Warmwasserbedarfs decken. Das heißt, der Heizungskessel kann in den Sommermonaten meist ganz ausgeschaltet bleiben, was zusätzlich Energie spart.

Eine typische Anlage für einen Vier-Personen-Haushalt benötigt je nach Kollektorbauart vier bis sechs Quadratmeter Kollektorfläche und einen Solarthermie-Speicher von 300 bis 400 Litern.

Kombianlagen

Mehr als ein Drittel der Solaranlagen in Deutschland werden mittlerweile als sogenannte Kombianlagen betrieben. Diese Systeme tragen nicht nur ganzjährig zur Warmwassererzeugung bei, sondern unterstützen während der Übergangszeit und teilweise im Winter auch die Heizung. Dabei können sie etwa 25 Prozent der Wärme für Heizung und Warmwasser liefern.

Kombianlagen arbeiten wie Anlagen zur reinen Wassererwärmung. Kollektorfläche und Speicher sind lediglich größer ausgelegt, und der Speicher wird als Pufferspeicher an das Heizungssystem angeschlossen. Eine Kombianlage für ein Einfamilienhaus mit vier Personen benötigt zur teilsolaren Raumheizung und Warmwasserbereitung je nach Kollektorbauart etwa sieben bis zwölf Quadratmeter Kollektorfläche.

Photovoltaik: Strom aus Sonnenlicht

Bei der Photovoltaik wird Strom aus Sonnenlicht erzeugt. Sie können die Energie selbst nutzen oder ins Stromnetz einspeisen. Die jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland liegt, je nach Standort, bei 900 bis 1.200 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m2). Mit einer Generatorfläche von acht bis zehn Quadratmetern können Sie damit zwischen 750 und 1.200 Kilowattstunden Strom in einem Jahr erzeugen.

Anlagenkonzepte

Grundsätzlich unterscheidet man drei verschiedene Photovoltaik-Anlagenkonzepte: Inselanlagen, Anlagen zur vollständigen Netzeinspeisung und schließlich den anteiligen Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms. Je nach Bedarf und Möglichkeiten bietet sich die eine oder andere Variante an.

Inselanlagen

Inselanlagen versorgen Häuser mit Strom, die keinen direkten Anschluss an das allgemeine Stromnetz haben. Das kann z.B. für Gartenlauben, Jagdhütten oder Wohnmobile eine Möglichkeit der Stromversorgung sein.

Netzeinspeisung

Der häufigste Fall sind bisher die so genannten netzparallelen Anlagen. Hier wird der erzeugte Strom vollständig ins öffentliche Netz gespeist, unabhängig vom Verbrauch in dem Haus, auf dem der Solargenerator angebracht ist.

Eigennutzung

Bei diesem Anlagenkonzept wird ein Teil des erzeugten Solarstroms selbst genutzt, der Rest wird in das Stromnetz eingespeist. Wie viel Strom selbst verbraucht werden kann, hängt unter anderem davon ab, zu welchen Zeiten die Elektrogeräte gewöhnlich betrieben werden. Bei Anlagen ohne Batteriespeicher sind in einem typischen Haushalt rund 30 Prozent Eigenverbrauch möglich, mit Speicherbatterie kann der Eigenverbrauchsanteil auf rund 60 Prozent erhöht werden. Allerdings sind Stromspeicher noch sehr teuer.

Welchen wirtschaftlichen Vorteil die Eigennutzung bringt, hängt von der Differenz zwischen möglicher Einspeisevergütung (siehe „So hilft Ihnen der Staat“) und dem Preis für den Strom aus dem Netz des Versorgers ab.

Wärmepumpen: Wärme aus Erde, Wasser und Luft

Funktionsweise

Wärmepumpen „pumpen“ die in der Umwelt auch im bittersten Winter vorhandene Wärme auf ein höheres Niveau, so dass sie für Warmwasser und Raumheizung nutzbar wird. Das Funktionsprinzip kann man sich wie bei einem Kühlschrank vorstellen: Der Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie an die Umgebung ab, die Wärmepumpe zieht die Wärme aus der Umwelt und gibt sie an das Heizsystem ab.

Für diesen Prozess brauchen Wärmepumpen Strom. Gute Wärmepumpen benötigen dabei nur 25 Prozent elektrische Energie, um 100 Prozent Wärme bereitzustellen, und sind damit ausgesprochen effizient.

In der Praxis erreichen jedoch längst nicht alle Wärmepumpen diese Werte. Zudem kommt es bereits bei der Stromerzeugung im Kraftwerk zu teils erheblichen Wirkungsgradverlusten. Daher hilft eine Wärmepumpe nur unter den richtigen Rahmenbedingungen, Energie und Kosten zu sparen.

Wärmepumpen sind dann sinnvoll, wenn es eine geeignete Wärmequelle gibt und das Gebäude sehr gut gedämmt ist, so dass es über eine Niedertemperatur-Flächenheizung – z. B. eine Fußbodenheizung – beheizt werden kann. Fragen Sie im Zweifel einen Energieberater der Verbraucherzentrale.

Die Jahresarbeitszahl zeigt Ihnen, wie effizient die Wärmepumpenheizung ist. Sie beschreibt das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärme und dem Strom, den die Wärmepumpe für die Erzeugung der Wärme benötigt. Je höher die Jahresarbeitszahl, desto energieeffizienter ist die Wärmepumpe. Gute Anlagen haben eine Jahresarbeitszahl von mindestens vier. Von Wärmepumpen mit einer niedrigeren Jahresarbeitszahl raten wir in der Regel ab. Sie stoßen bei der Wärmeerzeugung mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre aus als Gas- oder Ölheizungen.

Wärmepumpen

Als häufigste Wärmequellen für eine Wärmepumpe kommen das Erdreich, das Grundwasser oder die Luft in Frage. Im Erdreich ändert sich schon in wenigen Metern Tiefe die Temperatur nicht mehr mit der Witterung. Daher können Erdwärmepumpen (auch Sole/Wasser-Wärmepumpen genannt) in der Regel das ganze Jahr über ohne zusätzliche Wärmeerzeuger betrieben werden.

Auch das Grundwasser ist als Wärmequelle geeignet: Es hat ab einer Tiefe von zehn Metern ganzjährig eine Temperatur von gut 10 °C. Grundwasser und Erdreich als Wärmequellen sind in der Erschließung jedoch relativ teuer und in Trinkwasserschutzgebieten ausgeschlossen.

Eine weitere Alternative bieten Luft-Wärmepumpen: Sie nutzen die Umgebungsluft als Wärmequelle. Die Technologie ist technisch weniger komplex und daher im Vergleich günstig anzuschaffen und einfach zu installieren.

Die Nachteile von Luft-Wärmepumpen liegen damit leider auch auf der Hand: Ausgerechnet an kalten Wintertagen, wenn viel Wärme gebraucht wird, ist die Wärmequelle kalt und kann nur wenig Energie an die Wärmepumpe abgeben. Dann müssen andere Wärmeerzeuger einspringen. Das treibt die Betriebskosten in die Höhe und verschlechtert die Jahresarbeitszahl. Wir empfehlen Luft-Wärmepumpen daher zumeist nur in Passivhäusern in Kombination mit einer Lüftungsanlage. Ein zweiter Aspekt ist die Geräuschbelastung, die von Luft-Wärmepumpen ausgeht. Sie bewegen große Luftmassen, was deutlich wahrnehmbar ist.

Heizen mit Holz: Nutzen Sie den nachwachsenden Brennstoff

Auch Holz ist eine erneuerbare Energiequelle, denn Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. In der Forstwirtschaft und der holzverarbeitenden Industrie fällt zudem ständig Restholz an, das zum Heizen genutzt werden kann.

Für Einfamilienhäuser sind vor allem Pellets interessant. Die aus gepressten Säge- und Hobelspänen hergestellten Pellets enthalten keine chemischen Bindemittel und haben eine hohe Energiedichte. Holzpellets können als zentrales Heizungssystem das gesamte Haus beheizen oder in Form eines Pelletofens einzelne Räume erwärmen. Wichtig ist eine gute Qualität der Pellets mit großer Festigkeit und geringem Staubanteil.

Vor allem in Kaminen im Wohnbereich kommen Holzscheite (oder Scheitholz) zum Einsatz. Die Holzstücke sollten möglichst trocken sein, damit sie besonders viel Wärme abgeben und umweltfreundlich verbrennen. Aus energetischer Sicht sind die Wirkungsgradverluste jedoch größer als bei Pelletheizungen.

Holzhackschnitzel sind zerkleinertes Holz. Die Holzhackschnitzel sind günstiger als Holzpellets oder Holzscheite. Damit liegen die Brennstoffkosten unter denen der anderen mit Holz betriebenen Heizungen. Meist kommen Hackschnitzelheizungen aber eher in Anlagen mit größerer Leistung zum Einsatz.

Holzzentralheizungen lassen sich gut mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren und ermöglichen so eine vollständige Wärmeversorgung aus regenerativen Energien.

So hilft Ihnen der Staat

Für die Nutzung erneuerbarer Energien zu Hause gibt es unterschiedlichste Förderangebote. Förderrichtlinien, -bedingungen und -höhe ändern sich häufig. Fragen Sie daher unbedingt vor einer Entscheidung einen Energieberater der Verbraucherzentrale.

Der Bund fördert Einbau oder Erweiterung einer Solarthermieanlage in Bestandsgebäuden über das Marktanreizprogramm. Auch die KfW vergibt Kredite und Zuschüsse entweder für die Anlage selbst oder die Sanierung eines Hauses auf KfW-Effienzhaus-Standard. In diesem Rahmen können die Kosten für eine Solarthermieanlage geltend gemacht werden.

Unter bestimmten Bedingungen können Sie für die Errichtung einer Photovoltaikanlage zinsgünstige Darlehen der KfW erhalten. Wenn der in einer Photovoltaikanlage selbst erzeugte Strom teilweise oder ganz in das Stromnetz eingespeist wird, erhält der Betreiber der Anlage die sogenannte Einspeisevergütung, die im „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) geregelt ist. Die genaue Höhe der Einspeisevergütung hängt von der installierten Leistung, dem Datum der Inbetriebnahme und von der Art der Installation ab (Dach- oder Freiflächenanlage). Auch für die Anschaffung von Solarstromspeichern bietet die KfW ein Förderprogramm mit zinsgünstigen Krediten und einem Tilgungszuschuss an.

Der Bund und manche Länder fördern unter bestimmten Voraussetzungen den Einbau von Wärmepumpen. Außerdem bieten viele Stromversorger Sondertarife für Wärmepumpenstrom.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW fördern effiziente und emissionsarme Pelletöfen, Pellet-Zentralheizungen, Hackschnitzelheizungen und Scheitholzvergaserkessel.

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